Herzstillstand am Arbeitsplatz:
Was in den ersten fünf Minuten zählt
Ein ganz normaler Arbeitstag: Im Büro läuft die nächste Videokonferenz, in der Produktion brummen die Maschinen, am Empfang klingelt das Telefon. Dann bricht plötzlich eine Kollegin oder ein Kollege zusammen. Keine Reaktion. Keine normale Atmung. Jetzt zählt jede Minute.
Doch wer ruft den Rettungsdienst? Wer beginnt mit der Wiederbelebung? Und wo befindet sich eigentlich der nächste Defibrillator? Die ersten Minuten nach einem Herzstillstand können darüber entscheiden, ob ein Mensch überlebt. Umso wichtiger ist es, nicht lange nachzudenken, sondern gemeinsam zu handeln.
Hinweis: Der nachfolgende Countdown ist eine Orientierung, keine starre Zeitschiene. Im Idealfall laufen Notruf, Herzdruckmassage und das Holen des AED (Automatisierter Externer Defibrillator) gleichzeitig.
Minute 0: Den Herzstillstand erkennen
Ein Herzstillstand kündigt sich nicht immer an. Häufig bricht die betroffene Person plötzlich zusammen und reagiert nicht mehr. Sprechen Sie die Person laut an und berühren Sie sie vorsichtig an den Schultern. Erfolgt keine Reaktion, prüfen Sie die Atmung. Atmet die Person nicht normal oder nur unregelmäßig und schnappend, besteht der Verdacht auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand.
Wichtig: Schnappatmung ist keine normale Atmung. Sie kann leicht missverstanden werden und darf die Wiederbelebung nicht verzögern. Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und wählen Sie den Notruf. Atmet sie nicht normal, muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Minute 1: Notruf wählen und Aufgaben verteilen
Rufen Sie sofort die 112 an oder beauftragen Sie eine konkrete Person damit: „Sie mit dem blauen Pullover: Rufen Sie die 112!“
Eine direkte Ansprache ist hilfreicher als ein allgemeiner Ruf in die Runde. Sonst fühlen sich im schlimmsten Fall alle angesprochen und niemand handelt. Schalten Sie das Telefon möglichst auf Lautsprecher. So bleiben die Hände frei und die Leitstelle kann Sie bei den nächsten Schritten unterstützen. Nennen Sie den genauen Notfallort und sorgen Sie dafür, dass jemand den Rettungsdienst am Eingang empfängt. Auf großen oder schwer zugänglichen Betriebsgeländen kann das wertvolle Zeit sparen.
Bitten Sie gleichzeitig eine weitere Person, den nächsten Automatisierten Externen Defibrillator, kurz AED, zu holen. Sind mehrere Helferinnen und Helfer vor Ort, sollten die Aufgaben klar verteilt werden:
- Eine Person setzt den Notruf ab.
- Eine Person beginnt mit der Herzdruckmassage.
- Eine Person holt den Defibrillator.
- Eine Person weist den Rettungsdienst ein.
Ist nur eine Person vor Ort, gilt: den Anweisungen der Rettungsleitstelle folgen und die Wiederbelebung so schnell wie möglich beginnen.
Wichtig: Der Notruf muss ohne Verzögerung erfolgen. Ist ein DOC Defibrillator von Almas Industries bereits am Notfallort, stellt er beim Öffnen automatisch die Verbindung zum Rettungsdienst her. Muss das Gerät erst geholt werden, sollte eine andere Person sofort die 112 wählen. Jede Sekunde zählt.
Minute 2: Sofort mit der Herzdruckmassage beginnen
Knien Sie seitlich neben der betroffenen Person. Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs und die zweite Hand darüber. Halten Sie die Arme gestreckt und drücken Sie den Brustkorb zur Herzdruckmassage kräftig und schnell nach unten.
Die aktuellen Wiederbelebungsleitlinien empfehlen bei Erwachsenen eine Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute und eine Drucktiefe von ungefähr fünf bis sechs Zentimetern. Lassen Sie den Brustkorb nach jedem Druck vollständig zurückfedern und vermeiden Sie längere Unterbrechungen.
Wer in der Beatmung geschult ist und sie durchführen kann, kombiniert 30 Herzdruckmassagen mit zwei Beatmungen. Wer sich eine Beatmung nicht zutraut, konzentriert sich auf eine durchgehende Herzdruckmassage. Entscheidend ist, überhaupt zu beginnen.
Die Herzdruckmassage übernimmt vorübergehend einen Teil der Pumpfunktion des Herzens. Sie hält den Blutfluss aufrecht, bis ein Defibrillator eingesetzt werden kann und der Rettungsdienst eintrifft.
Minute 3: Defibrillator einschalten und Elektroden anbringen
Sobald der AED vor Ort ist, wird er eingeschaltet beziehungsweise geöffnet. Die Herzdruckmassage sollte dabei nur so kurz wie unbedingt nötig unterbrochen werden.
Moderne Defibrillatoren wie der DOC Defibrillator von Almas Industries wurden für die Anwendung durch medizinische Laien entwickelt. Klare Sprachansagen und Abbildungen führen Schritt für Schritt durch den Einsatz. Folgen Sie diesen Anweisungen.
Machen Sie den Oberkörper frei und bringen Sie die Elektroden so an, wie es auf den Klebepads dargestellt ist: eine Elektrode unterhalb des rechten Schlüsselbeins, die andere seitlich unterhalb der linken Brust. Falls mehrere Personen helfen, kann eine Person die Herzdruckmassage fortsetzen, während eine andere den AED vorbereitet.
Nässe oder starke Behaarung können das sichere Haften der Elektroden erschweren. Benötigte Hilfsmittel wie Schere, Tuch oder Einmalrasierer sollten deshalb zusammen mit dem Defibrillator griffbereit sein.
Gut zu wissen: Beim Öffnen der Abdeckung eines DOC Defibrillators von Almas Industries, wählt dieser automatisch den Notruf. Über die integrierte Sprachverbindung kann der Rettungsdienst die Helfenden bis zum Eintreffen vor Ort unterstützen. Gleichzeitig führt der DOC mit klaren Sprachanweisungen durch die Wiederbelebung.
Minute 4: Herzrhythmus analysieren und gegebenenfalls Schock auslösen
Sind die Elektroden angebracht, analysiert der AED den Herzrhythmus. Während dieser Analyse darf niemand die betroffene Person berühren.
Der Defibrillator für Laienanwender entscheidet selbstständig, ob ein Elektroschock medizinisch notwendig ist. Ein Schock kann nicht versehentlich allein durch die helfende Person ausgelöst werden. Empfiehlt das Gerät eine Schockabgabe, achten Sie darauf, dass niemand Körperkontakt zur betroffenen Person hat. Erst dann wird der Schock entsprechend der Geräteanweisung ausgelöst.
Nicht jeder Herzstillstand beruht auf einem schockbaren Herzrhythmus. Gibt der AED keinen Schock frei, bedeutet das deshalb nicht, dass das Gerät nicht funktioniert. Beginnen Sie unmittelbar wieder mit der Herzdruckmassage und folgen Sie weiter den Sprachanweisungen.
Mehr über typische Unsicherheiten bei der Anwendung erfahren Sie im Blogeitrag „Defibrillator im Unternehmen: 5 Mythen, die Zeit kosten“.
Minute 5: Weiter reanimieren – auch wenn die Kräfte nachlassen
Nach einer Schockabgabe wird die Herzdruckmassage sofort fortgesetzt. Auch wenn kein Schock empfohlen wurde, geht die Wiederbelebung weiter. Eine wirksame Herzdruckmassage ist körperlich anstrengend. Sind mehrere Helferinnen und Helfer anwesend, sollten sie sich regelmäßig abwechseln. Der Wechsel sollte schnell und mit möglichst kurzer Unterbrechung erfolgen.
Setzen Sie die Wiederbelebung fort, bis:
- der Rettungsdienst übernimmt,
- die Person wieder normal atmet oder deutliche Lebenszeichen zeigt,
- der AED andere Anweisungen gibt oder
- Sie körperlich nicht mehr in der Lage sind, weiterzumachen
Die ersten fünf Minuten sind nun vorbei. Der Rettungsdienst ist möglicherweise noch unterwegs. Trotzdem ist bereits Entscheidendes geschehen: Der Notruf wurde abgesetzt, die Wiederbelebung läuft und der Defibrillator ist im Einsatz.
Im Notfall zeigt sich, wie gut ein Unternehmen vorbereitet ist
Ob die Rettungskette funktioniert, entscheidet sich nicht erst in dem Moment, in dem ein Mensch zusammenbricht. Viele Voraussetzungen werden lange vorher geschaffen. Ein Defibrillator hilft nur, wenn er schnell erreichbar, gut sichtbar und einsatzbereit ist. Beschäftigte sollten wissen, wo sich das Gerät befindet. Auch Vertretungen, neue Mitarbeitende, Reinigungskräfte und externe Dienstleister dürfen bei der Notfallorganisation nicht vergessen werden. Unternehmen sollten deshalb regelmäßig prüfen:
- Ist der Standort des Defibrillators deutlich gekennzeichnet?
- Ist das Gerät während der gesamten Betriebszeit frei zugänglich?
- Sind die Laufwege auch in größeren Gebäuden oder auf weitläufigen Geländen kurz genug?
- Wissen Mitarbeitende, wie sie interne Ersthelfende alarmieren?
- Ist geregelt, wer den Rettungsdienst empfängt und zum Notfallort führt?
- Werden Funktionszustand, Elektroden und Batterie regelmäßig kontrolliert?
- Wird der AED in Unterweisungen und praktische Übungen einbezogen?
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt, bei der Entscheidung für einen AED unter anderem Betriebsgröße, Beschäftigtenzahl und Altersstruktur, Publikumsverkehr sowie besondere Gefährdungen zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann ein AED von jeder Person angewendet werden. Im Unternehmen sollte der Einsatz jedoch vorzugsweise durch ausgebildete Ersthelfende erfolgen.
Technik und Organisation gehören dabei zusammen. Ein Gerät an der Wand schafft noch keine funktionierende Rettungskette. Erst ein sinnvoll gewählter Standort, klare Zuständigkeiten, regelmäßige Unterweisungen und die zuverlässige Kontrolle des AED machen aus dem Defibrillator ein wirksames Element der betrieblichen Ersten Hilfe. In vielen Fällen ist die Wahl eines AED Full-Service-Anbieters – beispielsweise über ein Mietmodell – die sicherste Lösung.
Der DOC Defibrillator begleitet Laien durch die Wiederbelebung
In einer Ausnahmesituation müssen Helfende schnell handeln, obwohl sie unter erheblichem Stress stehen. Der DOC Defibrillator von Almas Industriewurde deshalb speziell für die Anwendung durch medizinische Laien entwickelt.
Beim Öffnen stellt das Gerät automatisch eine Verbindung zum Notruf her. Die Rettungsleitstelle kann die Helfenden über eine Sprachverbindung unterstützen. Gleichzeitig führt die integrierte Sprachfunktion durch die Wiederbelebung. Der DOC Defibrillator analysiert den Herzrhythmus selbstständig und fordert nur dann zur Schockabgabe auf, wenn ein entsprechender Rhythmus erkannt wurde.
Zum Konzept gehören außerdem die professionelle Einweisung und Schulung, regelmäßige Wartung, sicherheitstechnische Kontrollen (STK) und der Austausch notwendiger Verbrauchsmaterialien. So soll der Defibrillator nicht nur vorhanden sein, sondern im entscheidenden Moment zuverlässig funktionieren. Denn wenn ein Mensch am Arbeitsplatz zusammenbricht, bleibt keine Zeit für die Suche nach Zuständigkeiten, Bedienungsanleitungen oder abgelaufenen Elektroden. Dann zählt, was vorher gut vorbereitet wurde – und was in den ersten fünf Minuten geschieht.
Sie möchten die AED-Versorgung in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Einrichtung verbessern? Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich unverbindlich zum passenden DOC Defibrillator und zum optimalen Standort beraten.
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